Gartenzeit ist meine Lebenszeit im Glück

Aktualisiert: Apr 9


Gartengeschichten von lieber-ordentlich


Heute erzähle ich Dir mal, wie Conny Weckauff das Gärtnern entdeckt hat. Es brauchte schon seine Zeit, bis ich gemerkt habe, dass es Freude macht, in der Erde zu buddeln.


Meine ersten Erfahrungen mit dem "Gesunden Grün" habe ich schon als Kind machen dürfen. Hier auf dem Land, in einem kleinen Dorf im Bergischen, wo ich groß geworden bin, war es selbstverständlich, dass wir als Kinder in jedem Bauerngarten zuhause waren. Wir probierten hier, naschten dort. Wir kannten die Gemüsesorten am Geschmack, Aussehen und mit Namen. Das waren noch Zeiten...



Das bedeutete natürlich, dass wir Nachbars Gärten, Obstwiesen, Zuckerknollenäcker, Weizenfelder und Kartoffelschollen ohne die Eltern, mal eben so, betreten durften. Kletterten auf Bäume, stolperten über Kohlköpfe im Gemüsegarten unserer Vermieterin und durften bei "Onkel Willi" die ersten Äpfel pflücken, zwar noch unreif, aber egal. Brombeeren klauen, Pflaumen stibitzen und sich damit auf dem Heuspeicher verstecken. Das war ja der Reiz an der ganzen Sache. O.k. das eine oder andere verschrammte Knie musste dran glauben, aber schnell kam ein Pflaster drauf und gut war.


Ich erinnere mich, dass ich als Kind kleine Samen in Erde gesteckt und das Ganze auf meiner Fensterbank zum Wachsen abgestellt habe. Und? Klar, kamen kleine Sprösslinge raus. Da wir zur Miete wohnten, war das mit dem Umpflanzen und Einpflanzen nicht so einfach. Mit großen Erwartungen habe ich die kleinen Pflänzchen hinter dem Haus in die Erde gesetzt. Leider konnte ich meinen "Kindergemüsegarten" nicht verteidigen. Da gab es Arko, den Hofhund unserer Vermieterin. Mehr muss ich nicht sagen...Aber, der Ehrgeiz war geweckt.


Ich möchte Dich nun mitnehmen - auf eine Reise in die natürliche Welt des autodidaktischen Gärtnerns


Dass ich diese 3 Radieschen letztes Jahr im Garten ernten durfte, grenzte wirklich an ein Wunder. Ich hatte die Samen in meinem selbstgebautem Kräuterbeet, zwischen meinem Salbeistrauch und dem Rosmarin gesät und, zu meiner Schande, leider vergessen. Erst die kleinen Blättchen erinnerten mich an die roten scharfen Knöllchen und ich freute mich wie Bolle.




Einfache Tipps, die das Selfmade-Gärtnern ein bisschen vereinfachen


  • Sucht Euch eine sonnige, zunächst kleine Ecke im Garten, wo der Boden gut durchlüftet ist und Ihr Euch einen kleinen, ersten Gemüsegarten anlegen könntet.

  • Grabt mit einer guten Spaten erst mal alles um. Wenn dabei Regenwürmer auftauchen, ist Euer Gartenboden eigentlich schon ganz gut.

  • Mit einem Dreizack werden die Erdschollen nun gut zerteilt und dabei mögliches Unkraut entfernt, am Besten mit den Wurzeln. Dann habt Ihr im nächsten Jahr weniger davon.

  • Versucht vom Bauern natürlichen Dünger zu bekommen; vielleicht von Pferden oder Rindern. Abgelagert gut einarbeiten, das ist praktisch die Basis für eine reiche Ernte.

  • Teilt Euren Garten in Bereiche auf. Denn Ihr wollt ja nicht beim Säen und Ernten im ganzen Garten herumstapfen und möglicherweise die guten Pflanzen tot treten.

  • Nehmt einfach nicht mehr verwendete Kartons, schneidet diese in Stücke und legt die Pappe als Mulch zwischen die Pflanzenbereiche.

  • Um kleine Trittpfade anzulegen, reichen auch Rinder-Mulch, feiner Kies und einige alte Latten.


Entscheidet Euch zunächst für ausgewählte, leicht zu ziehende Gemüse- oder Kräuterpflanzen. Es ist entscheidend, dass Ihr im 1. Gartenjahr Erfolg habt, nur so steigert Ihr damit die eigene Motivation. Nehmt Euch auch Zeit bei der Recherche, es gibt gute Literatur im Handel und fragt Euren Nachbarn, der vielleicht schon einen guten Gemüsegarten sein Eigen nennt.


Respektiert die Regeln der Natur


In meinem kleinen, bescheidenen Garten habe ich im Laufe der Zeit die Erfahrungen gemacht, dass das Ernten der wenigen Gemüse, die ich ziehe oder die Kräuter nicht zuletzt davon abhängt, was ich mit welcher Sorte zusammen anpflanze.


In der Natur gibt es eigene Gesetze, wie bsp.: ich mag Dich oder ich lehne Dich ab.


Pflanzen sind m.E. wie wir. Sie können zusammen wunderbar groß werden, von einander profitieren und sich gegenseitig unterstützen oder sie bekämpfen sich. Sie nutzen Schädlinge, um sich abzugrenzen, sie verströmen Duftstoffe, die der andere nicht mag. Sie gehen soweit, dass sie der Nachbarpflanze das Wasser abgraben. Sie sind einfach schlau.

Wichtig zu wissen:

der gewählte Pflanzenbestand im Beet hat durchaus Einfluss auf Deine Ernte. Deshalb sind gute Information und Planung alles.


Meine Mutter hatte aus der Ukraine ihre ganz eigene Trickkiste mitgebracht und jedes Jahr viel Erfolg damit geerntet:


Sie säte und pflanzte in ihrem riesigen Gemüsegarten die einzelnen Sorten nicht in schönen Reihen, sondern sie pflanzte z.B. Kohlrabisetzlinge in die Nähe der Petersiliensaat. Oder sie säte Erbsen einfach zwischen ihren Stauden aus, steckte einige Reisige dazwischen, so dass die Erbsenpflanzen Halt bekamen und eine großartige Ernte war gesichert.


Gute Informationen zu dieser Anbauweise gibt es zahlreich im Netz. Sie ist inzwischen etabliert und bei Gärtnern sehr beliebt, weil man dadurch Schädlinge fern hält und Dünger sparen kann, außerdem wird das ständige Unkrautentfernen im Garten wesentlich erleichtert.


Moderne Alternative: Hochbeete


Wenn Du nicht so viel Platz im Garten hast, kannst Du heute die modernen Hochbeete einsetzen. Damit ersparst Du Dir das Graben und kannst in ergonomischer Höhe pflanzen und ernten. Sogar auf dem Balkon ist das heute unproblematisch. Die Auswahl an Hochbeeten wird immer größer und dem Anspruch werden keine Grenzen gesetzt.


Vorteile der Hochbeete:

  • Kein Bücken, keine Rückenschmerzen bei der Gartenarbeit, besonders für Senioren geeignet

  • alles in Augenhöhe, für Kinder total ideal, weil sie dadurch viel lieber mithelfen

  • man kann erst einmal mit kleinem Budget beginnen und sich langsam ans Gärtnern ran tasten

  • für Kräuterbeete sehr gut geeignet, da man die Hochbeete in der Nähe der Küche platzieren kann, kurze Wege sind super


Nachteile der Hochbeete (m.E.)

  • die Pflanzen werden in sonniger Lage schnell zu warm, da die Gesamtfläche relativ klein ist, deshalb bei hohen Temperaturen für Beschattung und für ausreichende Bewässerung sorgen.

  • das passende Hochbeet zu finden, das den Geldbeutel schont und lange schön bleibt, ist nicht einfach. Lass Dich im Fachgeschäft beraten, hier erklärt man Dir den Aufbau und die Tücken gleich mit.




  • Deshalb ist oftmals Marke "Eigenbau" angesagt. Vom Schreiner stabile Vierkanthölzer und passende Latten besorgt, die Pflanzfolie aus dem Baumarkt und los geht es.

  • Denkt daran, dass die Hochbeete viel Basismaterial schlucken, bis Ihr die Gartenerde obenauf legen könnt. Vorher gut einplanen.


Lasst Euch nicht entmutigen, wenn es im 1. Jahr nicht so gut läuft. Bleibt am Ball (am Gemüse) und lernt jedes Jahr hinzu.


Ich wünsche Euch, dass Ihr langfristig Gefallen am Gärtnern mit Gemüse und Kräutern findet und merkt, wie toll sie schmecken, wie gesund sie sind und wie einfach es eigentlich ist.



Nun wünsche ich Euch aus dem beschaulichen Seelscheid, dass Ihr auch das wunderbare Gefühl erlebt, wenn das erste Radieschen in Eurem Garten das Sonnenlicht erblickt, Eure Conny

- und bleibt neugierig.





21 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen