Unsere Kinder: Kleine Entdecker mit Forscherdrang

Aktualisiert: Apr 2


Unsere Kinder möchten begreifen, lernen, wissen, mitmachen, lachen, entdecken, mitfühlen, verstehen und erleben.


Die Motivation von Kindern ist bis zum Schulalter natürlich und darauf ausgerichtet, so viel zu lernen, wie es nur geht. Ihr Gehirn ist darauf konzipiert, jeden Moment alles in sich aufzunehmen, damit sie in dieser Welt bestehen und überleben und geliebt werden. Und dieser Wissensdurst ist unendlich. Und das ist gut so.

Wären Kinder nicht immer neugierig und zeigten nur wenig Interesse an neuen Dingen, würden sie geistig und somit auch körperlich verkümmern. Gott sei Dank ist das nicht so. Gesunde Kids wollen sich im Freien bewegen, möchten sich austesten und ihre Kräfte kennen lernen. Ihre Grenzen testen. Deshalb ist das "freie Spiel" für Kinder extrem wichtig.


Meine Erfahrungen mit Forscherkindern 2007-2011


Während meiner aktiven Personalarbeit in einem Konzern bekam ich die Projektaufgabe, für 16 Kindergärten der Stadt eine Art "Forscherkiste" zu konzipieren, die verschiedene Experimente enthalten sollte, die naturwissenschaftlich für Kinder aus dem Vorschulalter interessant und nachvollziehbar bespielbar sind. Gott sei Dank hatte ich große Unterstützung seitens unserer Ausbildungswerkstatt und deren Ausbilder/Azubis.


Unser damaliger Geschäftsführer wollte mit dieser Spende die Vorschulkinder unserer Stadt dahingehend fördern, dass sie mit dem Thema: "Naturwissenschaften" frühzeitig in Berührung kommen sollten. Als Autozulieferer unterstützten wir immer schon die städtischen Schulen tatkräftig durch Sachspenden oder Berufsfindungstage. Die städtischen Kitas ergänzend zu fördern, war zwar etwas Neues, aber nur konsequent.


Frage:

Warum wollten wir gerade die Vorschüler mit Themen/Experimenten aus der Naturwissenschaft in Verbindung bringen?

  • Kaum ein Großvater schraubt noch mit dem fünfjährigen Maxi an seinem alten Moped und zeigt ihm, wie man sich die Hände schmutzig macht?

  • Entdecken die Kids gemeinsam mit ihren Eltern die Welt der Bäume und Tiere im Wald?

  • Haben Eltern Zeit, mit ihrem Kind gemeinsam in Ruhe einen Kuchen zu backen oder das Abendessen der Family vorzubereiten?


Unsere Kinder sollen später als junge Menschen die interessierte und gut vorbereitete Zukunft sein, wenn ein Unternehmen Mitarbeiter einsetzen möchte, in Berufen aus dem Bereich Entwicklung und Versuch oder Technik.



Also, gesagt getan:

nach Projektierung und Vorbereitungen waren die "Schatztruhen/Forscherkisten" fertig, um an die 16 Kitas ausgeteilt zu werden. Die Freude in den Einrichtungen darüber war überwältigend. Zumal jeder Forscherkiste noch ein Weiterbildungsgutschein für die Erzieher beilag.


Forscher-Experimente zu Themen wir Magnetismus, Licht, Wasser, verschiedene Materialien sind für die Kinder auch in ihrem täglichen Umgang ein Erfahrungsschatz, den sie mit diesen neuen Versuchskisten ausleben können. Die Materialien sind langlebig und so zusammen gesetzt, dass jedes Thema gut erklärt und ausgestattet ist.

Warum erzähle ich Euch heute von

  • Vorschülern,

  • Kitas und

  • Naturwissenschaft?


Weil wir Kinder unterstützen sollten, sich mit diesen Bereichen beschäftigen zu dürfen.


Vorschulkinder sind neugierig und wissensdurstig, das muss man nutzen, sie kommen bald in die Schule und haben schon jetzt einen ausgeprägten Forscherdrang, den man befriedigen sollte.


Diese Projekt für die Firma ist schon über 10 Jahre her - inzwischen haben viele Agenturen, Firmen, Start-ups Forscherkisten entwickelt und vertreiben sie an Kitas, Schulen und Privatpersonen. Man kann sie ausleihen, kaufen oder mieten. Ich vermute mal, dass wir zu den Ersten gehörten, die so eine "Bildungskiste" auf die Beine gestellt haben.


Sogar für die heimische Kinderparty ist das eine ganz besondere Aktion, die Eltern gut vorbereiten können. Vielleicht einfach mal beim nächsten Mal einplanen.



Lasst die Kinder nach Herzenslust

  • entdecken,

  • forschen,

  • experimentieren,

  • nachdenken,

  • ausprobieren,

  • Blödsinn machen,

  • sich mal die Sachen dreckig machen,

  • mal einen Wurm verschlucken,

  • die Schuhe nass machen...

...das sind so wichtige Lebens-Erfahrungen, ohne die das Kind verkümmert. Es muss auch mal weniger gute Erfahrungen machen, die nicht so toll sind, um zu lernen, wie es besser, anders geht.


Schüler bringen später u.a. gute Leistungen und sind intrinsisch motiviert, wenn sie in der Kindheit und im Vorschulalter viel ausprobieren durften. Wenn man sie hat machen lassen. Wichtig dabei ist, dass sie nicht nur angeleitet worden sind, sondern die Erfahrungen selbständig machen durften. Sie dürfen Fehler machen, sie dürfen im Team arbeiten, sie sollen ausprobieren und entdecken dürfen.



Du als Mutter, Ihr als Eltern könnt diesen Entdeckerdrang gut in Euer Familienleben einbauen. Es gibt so viele Momente und Bereiche, bei denen das parallel möglich ist.

Nur Kinder, die sich emotional sicher fühlen, ein Bindungsgefühl aufbauen können, sind in der Lage, mit ihren Sinnen auf Entdeckertour zu gehen.

Die Entdeckerlust, die Motivation Neues zu lernen, setzt voraus, dass das Kind eine sichere Bindung aufbauen kann. Es fühlt sich geschützt, behütet, vor Bösem und Fremdem behütet. Die Entwicklung des Kindes ist abhängig von der Sicherheit, die wir unserem Kind täglich zeigen, es erleben lassen und so sagen: Du bist bei mir sicher, Dir passiert mit mir nichts.


Meine Tipps, wie ich es früher so gemacht habe:


  • Geht mit dem Kind in den Wald und macht diesen Spaziergang spannend, Schatzkiste verstecken, Vögel oder Bäume, Blätter bestimmen, im Bach nach Froschlaich suchen

  • Schaut Euch mit dem Kind Museen an, die Themen anbieten wie Kosmos, Tiere, Technik etc.

  • Bastelt mit dem Kind, nicht nur die Laterne oder die Weihnachtssterne

  • Baut mit dem Kind gemeinsam einen Sandkasten/Rutsche im Garten, lasst es mit schrauben

  • Lasst das Kind mit backen, mit kochen, unter Aufsicht und mit Geduld

  • Lasst das Kind mit anderen Kindern spielen, es ist wichtig für die Entwicklung

  • ...dabei ist wichtig, dass das Kind sein Spiel selbst organisieren kann, sich mit anderen Kindern zu "Banden" zusammen schließt, am Liebsten dann in freier Natur

  • Versucht dem frühen Leistungsdruck der gefassten Leistungsziele, die in Kitas und Schulen gelebt werden, so weit wie möglich mit Ausgleich im freien Spiel entgegen zu wirken

  • Gebt dem Kind im Haushalt kleinere Aufgaben, die es eigenständig erledigen kann

  • Schickt Euer Kind nicht weg, wenn es eine Frage hat und diese genau erklärt haben will

  • Gebt Eurem Kind, unter Aufsicht, die Gelegenheit, sich an Reparaturen im Haus zu beteiligen

  • Lasst Euer Kind eigene Erfahrungen machen, auch wenn es schief gehen sollte, daraus lernen sie viel

  • Spielt mit dem Kind, wann immer es Eure Zeit erlaubt, diese Erfahrungen sind so wertvoll

  • Lest dem kleinen Kind jeden Abend etwas vor, die Fantasie will angeregt werden, zudem ist es ein vertrautes Ritual, das Euer Kind beruhigt in den Schlaf bringt

  • Gebt dem Kind früh genug Bücher, zunächst im gemeinsamen Anschauen und Erzählen, später zum Vorlesen, dann zum Selbstlesen und schmökern

  • ....




Kann das Lesen von Büchern bei meinen Kindern ein gewisses Bildungsniveau verbessern? Oder reicht es nicht, dass sie täglich Zugriff auf Handy und Laptop haben?


Diese Frage stellen sich viele Eltern. Erfahrungsschatz meinerseits:

Wenn sie als Eltern ihre Kinder mit Büchern groß werden lassen, ohne Zwang und weil sie es ihnen vorleben, haben Kinder die Entscheidungsmöglichkeit, sich mit Büchern zu beschäftigen oder es zu lassen. Aber die Prognose lautet immer: Kinder ahmen nach. Machen Sie sich das zunutze.



Geben Sie Ihrem Forscherkind, dem kleinen Paul, der fünfjährigen Maria, die Gelegenheit zur Eigenständigkeit.


Sie als Eltern, als Erziehungsberechtigte haben ihren Erziehungsstil gefunden. Das ist gut so. Und sicherlich wird dieser auch immer das Ziel haben, dass Ihr Kind eine gesunde Einstellung zum Leben bekommt und sich möglichst früh eigenständig durch die Welt bewegt.


DENN: Eigenständigkeit ist der Weg in die Freiheit.


Die innere Überzeugung zu erlangen, das Richtige zu tun, müssen die Kinder lernen.

Geben wir dem Thema Beispiele: Ihre Tochter putzt sich nicht die Zähne,

  • weil es abends so gemacht wird oder

  • weil sie dafür eine Belohnung bekommt, oder

  • weil sie das "muss".

Sie putzt sich die Zähne, weil sie verstanden hat, dass sich sonst Bakterien breit machen, die ihre Zähne kaputt macht. So einfach. Ihre Tochter hat verstanden, warum sie etwas tut. Es macht sie glücklich, verstanden zu haben, warum sie dies oder jenes macht oder lässt.


Nur so entwickelt sich Eigenständigkeit, die Kinder glücklich macht. Das Kind zeigt Einsicht, es macht ihm keine Mühe, das Richtige zu tun. Es wird selbstverständlich.


Aber: eine Erziehung zur Selbständigkeit wird es nicht geben.


Genauso ist es mit der Entdeckung von naturwissenschaftlichen Themen, die altersgerecht und kindgerecht verarbeitet angeboten werden. Der Entdeckerdrang jedes Kindes, ob Mädchen oder Junge, ist naturgemäß angelegt. Als Eltern können sie das gut nutzen, um dem Kind den Wissensdurst zu stillen, den es ja hat.


Natürlich ist es anstrengend, sich dem Kind

  • intensiv zu widmen,

  • mit ihm zu spielen,

  • mit ihm zu basteln,

  • etwas zu Ende zu bauen,

  • sich mit ihm auszutauschen,

  • Fragen zu beantworten,

  • sich mit dem Kind zu beschäftigen,

aber es lohnt sich einfach! Eine wichtige Erkenntnis an alle Eltern von meiner Seite als Mutter:


Kinder wollen immer, und das meine ich so, immer

  • Bestätigung

  • Aufmerksamkeit

  • Lob

  • Anerkennung und Liebe

Kinder wollen gesehen und beachtet werden. Weil sie so das enge Band mit den Eltern jeden Tag festigen können.


Als Eltern beobachtet man schon mal, dass das Kind auf einmal Dinge tut, nur um Aufmerksamkeit zu erlangen. Wenn Du das feststellst, solltest Du rasch handeln. Verlier keine Zeit. Ich meine damit, dass man gut beobachten muss und danach handeln.


  • hatte ich in letzter Zeit zu wenig Zeit für das Kind?

  • habe ich auf Fragen des Kindes nur knapp geantwortet, war ich vielleicht mit den Gedanken woanders?

  • nehme ich mir Zeit, um mit dem Kind gemeinsam zu essen?

  • schaue ich mir seine Hausaufgaben in Ruhe an, kann ich Fragen beantworten oder bin ich in Eile?

  • konnte ich in den letzten Tagen feststellen, ob meinem Kind etwas fehlt oder ob es Sorgen hat?

  • interessiere ich mich für die Probleme des Kindes?

  • kenne ich die Freunde des Kindes tatsächlich oder nur mit Namen?

  • weiß ich, wo sich mein Kind mit wem für was verabredet?

  • weiß ich, welchen Sport mein Kind am Liebsten machen würde?

  • ....

Da ich "nur" Mutter und keine Therapeutin bin, kann ich nur aus meiner eigenen Erfahrung heraus berichten. Es ist manchmal schwer, immer den Draht zu den Kindern zu halten, besonders wenn es in das PuberTier-Alter geht. Allein, dass man

  • sich als Eltern Mühe gibt,

  • die Kinder im Dialog behält

  • mit den Kindern Gemeinsamkeiten vereinbart

  • zusammen etwas Schönes unternimmt

  • gemeinsam den Haushalt "schmeißt", anstatt "Hotel Mama" zu leben

  • die Kinder mit ihren Sorgen Ernst nimmt und ihnen unvoreingenommen hilft

  • sie auch mal in Ruhe lässt, wenn sie es brauchen

  • ihre Freunde kennt

  • ihnen bei besonderen Aktionen Unterstützung anbietet

  • sie nicht zu sehr kontrolliert und behütet

  • ihnen Freiräume gestattet, damit sie sich entwickeln können


...gibt den Kindern einen sicheren Rahmen!



Dann hat man glückliche Kinder, die sich öffnen, sich nicht in ihrem Kummer allein gelassen fühlen. Wir als Eltern machen Fehler, aber wir sind verantwortungsvoll, erwachsen und lernen daraus. Das sollten wir den Kindern immer vermitteln - denn wir sind nicht besser oder schlechter.


Wir sind alle gleich, denn wir sind eine Familie.




Kinder verstehen, Kinder zu erziehen ist eine große Herausforderung, auf die wir nicht vorbereitet werden. Es gibt keinen Ausbildungsgang dafür. Keinen Bachelor oder Master. Als Eltern werden wir innerhalb von 9 Monaten ins kalte Wasser geworfen. Bitte schwimmen ;-)


Ich möchte Dir heute einen Kinderarzt und Buchautor ans Herz legen, den ich sehr schätze. Vielleicht magst Du hier mal schmökern. Es lohnt sich.


Fazit:

Um unseren Kindern die Möglichkeit zu geben, die Welt zu entdecken, sollten wir Ihnen Zuversicht, Vertrauen, Beständigkeit und das Gefühl von Aufgehoben und Liebe geben. Dann können sie mutig kleine Forscher und Entdecker werden.




Genießt die schöne Zeit mit Euren Entdecker-Kids, sie sind das Wertvollste was Ihr habt.


Bilddatei, privat, meine Beiden 1985



Macht Euch eine gute, liebevolle Zeit mit Euren Kindern.

Herzlichst Eure Conny


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