Jugendliche & Aufräumen, ein Widerspruch?
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Ordnung machen lernen ist für Jugendliche eine wichtige soziale Kompetenz.

Gibt es eine Zauberformel, die unsere Jugendlichen bewegt, in der Familie einen Beitrag zum Aufräumen und Mitmachen zu leisten?
"Das Leben anzuregen- und es dann frei entwickeln zu lassen - hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers." (Maria Montessori)
Für mich als zweifache Mutter von inzwischen längst erwachsenen, im Leben stehenden tollen Menschen, habe meine Formeln damals gefunden und ich denke, sie haben heute genauso eine Berechtigung:
Meine 💙 Tipps ohne Zeigefinger:
Gib Deinem Sohn, Deiner Tochter klare Ich-Botschaften!
Gibt ihnen das Recht, auch nein zu sagen!
Erkläre Deinem Kind jede Frage, in Ruhe.
Begründe jede Deiner Bitten, damit man Deine Gedanken versteht.
Lass zu, dass Dein Kind sich weigert, bilde Alternativen.
Bereits Kita-Kinder sind motiviert, Eltern und Geschwistern bei der Hausarbeit zu "helfen". Entsprechend ihrem Alter können sie bereits bei kleinen Aufgaben, die genau so wichtig sind, ihre Intelligenz und ihre Motorik, ihre Motivation und Denkweise altersgerecht einbringen.
Wenn wir als Erzieher und Eltern erreichen wollen, dass sich unsere Kinder von Anfang an im Haushalt beteiligen, müssen wir den 1. Schritt machen.
Jugendliche lernen aufräumen, wenn sie frühzeitig daran beteiligt werden.
Den Sinn im Aufräumen zu erkennen wird einfacher, je früher Eltern sie am Ordnung machen und Haushaltführen beteiligen.
Es ist aber nie zu spät, die Jugendlichen mit ins Boot zu holen.💙

Mein Sohn hat sich damals als 5-jähriger bei uns als Eltern mit den Worten beschwert:
"...ich will auch mal der Bestimmer sein!" Uns fiel zu diesem Anspruch nicht mehr viel ein...;-)
Recht hatte er!
Sie als Eltern von Jugendlichen wollen wissen, wie es im Zuhause entspannter laufen kann, wenn der Sohnemann oder die Tochter mithelfen würde?
Eine berechtigte Frage, mit der Sie den Nerv vieler Familien treffen. Klar, es ist jeden Tag ein kleiner Kampf, den wir als Eltern tragen, weil wir live erleben, dass die Motivation, sich an den täglichen Hausaufgaben im Haushalt zu beteiligen, nicht gerade ausgesprägt scheint.
Antwortversuch einer zweifachen Mutter und Ordnungsexpertin
Kids sind sehr kritisch und beobachten uns Eltern sehr genau, sie bekommen alles mit, und ich meine wirklich ALLES
Ein 14-jähriger, der seine Zeit lieber im Bad verbringt als Staub zu saugen, ist ein gesunder Jugendlicher. Ganz normal und altersgerecht entwickelt. Es wäre komisch, würde er freiwillig den Staubwedel schwingen.
Frage: wie motiviere ich aber meinen Sohn, zu bestimmten Zeiten sein Zimmer aufzuräumen?
Antwort eines Ordnungscoachs:
Indem ich mit meinem Sohn/meiner Tochter einen "Vertrag" schließe. Dieser Vertrag wird bei einem schönen Kaltgetränk in einer gechillten Umgebung geschlossen, ohne Handy und ganz in Ruhe.
Antwort des Ordnungscoachs:
Indem ich meinen Kids auch räumlich die Möglichkeiten schaffe, ihr eigenes Reich in Ordnung zu halten. Dazu gehören praktische Aufbewahrungsbehälter, Möbel, die dem Alter entsprechen und das Volumen bilden, die vielen Gegenstände so zu verwalten, das alles einen festen Platz bekommt.
Antwort eines Ordnungscoachs:
Weil ich als Eltern mein Kind so genau kenne, weiß ich, wann die beste Zeit zum Aufräumen ist. Es macht natürlich keinen Sinn, das Aufräumen "anzuordnen", wenn die Freunde zu Besuch sind. Was ich damit sagen möchte: Als Eltern sehen Sie Ihr Kind, mit seinen Talenten und Herausforderungen, nutzen Sie das, wenn es ums Aufräumen geht.
Antwort:
Indem ich als verlässlicher Partner auftrete, der zwar die Richtung vorgibt, aber auch den Spielraum lässt, individuelle Persönlichkeiten zu berücksichtigen.
Vertragsinhalte:
Möglicher Zeitrahmen wurde ausgehandelt und hier klar bestimmt
Konkrete Aufgabe, Tätigkeit wird genau definiert
Hilfsmittel werden konkret bestimmt
Ergebnisse werden formuliert
Familienwochenplan wird als Anhang beigefügt
alle unterschreiben und stimmen mit Handschlag zu
Erfolge werden gefeiert
Jetzt kommt die Frage auf:
Wie gehe ich vor, was passiert, wenn sich mein Sohn/meine Tochter nicht oder nur teilweise/ab und zu an unseren Vertrag hält?
Jugendliche sind sehr empfindlich, wenn man als Eltern Vereinbarungen und Versprechen nicht einhält.
Also:
...umgekehrt wird es dem Jugendlichen nicht gefallen, wenn wir uns bei Vertragsbruch bei ihm beschweren. Denn eins ist klar: jeder Jugendliche möchte als "erwachsen" gelten und so behandelt werden.
Wir werden unseren Unmut also ganz deutlich sagen und uns geknickt zeigen. Das reicht schon.
Ich bin mir ganz sicher, dass sich Ihr Sohn bewusst ist, was er falsch gemacht hat und er wird sich seine Gedanken machen. Nach einer gewissen Zeit wird er beginnen, diese Versäumnisse zu lassen.
Geduld, Geduld, Geduld.
Man könnte auch mal als Eltern bei Gelegenheit den Satz fallen lassen:
"Kinder und Jugendliche sind verpflichtet, ihrem Alter und ihren Kräften entsprechend im Haushalt zu helfen." So ist es unter § 1619 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgeschrieben. SPASS!!
Natürlich nicht!
Fazit:
sich mit der Familie regelmäßig zusammensetzen
sich auf bestimmte Unterstützung in der Familie einigen
"Vertrag" schließen, nachdem Kompromisse ausgehandelt wurden
Vertragsinhalte einfordern, wenn sie vergessen werden
loben, wenn es erledigt worden ist
Nehmen wir unsere Kids mit in die Welt des Haushalts und damit in die Ordnungswelt.
Denn sie wissen genau, dass sie davon profitieren. Und das wiederum gefällt uns auch.
Eine wichtige Frage klären wir, bevor Du weiterscrollst....
Warum will ich als Eltern, dass sich meine Kinder an der Hausarbeit beteiligen?
Was habe ich davon, außer, dass ich alles erklären muss etc. dann mache ich es doch lieber gleich selbst!
Oder??
Nein, das wäre falsch verstandene Bequemlichkeit, die sich schon bald rächen würde.
Die ganze Familie hat nur Vorteile davon:
Mein Kind erhält Gelegenheit, seine Begeisterung, seine Möglichkeiten, seine Empathie gegenüber der Familie, Ausdruck zu verleihen.
Ich geben meinem Kind meine Aufmerksamkeit, ich lerne es an, ich korrigiere es, ich lobe es - all das ist Elternliebe, die das Kind ohne Worte versteht.
Ich beteiligte mein Kind am gemeinsamen Familienleben, das ist ein Mehrwert, der unbezahlbar ist.
Mein Respekt gegenüber der geleisteten "Arbeit" wird sofort gezollt, das Kind bekommt sofort ein Feedback und kann sich selbst korrigieren.
Das Kind lernt täglich die "Arbeit" schätzen, die die Eltern für den Haushalt aufbringen. Empathie und Zugeständnisse sind die Folge.
Das Kind lernt täglich mehr, es kennt seine Fähigkeiten, weiß, wie gut es Geschirr spülen oder den Rasen mähen kann. Seine motorischen und mentalen Fähigkeiten werden geschult und ausgebaut.
Das Kind sieht sein Kinderzimmer mit anderen Augen. Es lernt, hier Ordnung zu halten, weil es weiß, welche Arbeit es macht, dass der Raum aufgeräumt ist und der Kleiderschrank saubere Kleidung enthält.
Welche Mehrarbeit habe ich, wenn ich mein Kind in die Hausarbeit einbinde?
Ich muss mir mehr Zeit für die Hausarbeit nehmen.
Meine Erklärungen und Anleitungen gelingen nicht immer, ich muss auch mit Ablehnung rechnen.
Meine Überzeugungskraft wird auf die Probe gestellt.
Ergebnisse sind mit Abzügen zu bewerten, da die Erfüllung der Aufgaben nicht 100% sein können und brauchen.
Meine pädagogischen Fähigkeiten werden immer wieder benötigt, ich muss überzeugen können und trotzdem empathisch bleiben.
Ich werde mit Sicherheit das eine oder andere Mal herausgefordert.
Mit Liebe und viel Geduld können Jugendliche und Erwachsene im Familienhaushalt einig werden und gemeinsam an den erforderlichen Aufgaben arbeiten. Denn:
Ihre Frage nach einem "System" oder einer "Dauerlösung", mit dem ich in Ihrer Familie Ihre Tochter/Ihren Sohn motivieren könnte, damit das mit dem Aufräumen besser klappt?
Es gibt keine allgemeine Lösung, die bei allen Familien passt.
Aber es gibt bewährte Methoden, die den Jugendlchen helfen, innerhalb der Familie den Sinn zu entdecken, sich an einigen Aufgaben zu beteiligen.
Und das ist dann erst der Anfang von einem neuen, entspannteren Familienleben mit Jugendlichen, die später in der Ausbildung, im Studium genau diese Kernkompetenzen benötigen.
Wichtig ist, dass Ihre Tochter, Ihr Sohn, sich an den gewünschten Veränderungen beteiligen will und bereit ist, mit mir und Ihnen als Eltern zu arbeiten.
Ich bin keine Therapeutin, keine Pädagogin, aber ich kann Ihnen als Familie den Wegweiser bilden, der Ihnen zeigt, wie man dieses Thema nicht mehr zum Dauerbrenner werden lässt.
Schreiben Sie mir gerne hier, was Sie in Ihrer Familie brauchen, wir sprechen diskret miteinander:


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