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Jugendliche & Aufräumen?

Warum "Ordnung machen/lernen" bei unseren Jugendlichen ein Thema sein sollte.


In einem aufgeräumten Zuhause fühlen sich Jugendliche wohl.
Jugendliche fühlen sich in einem aufgeräumten Zuhause wohl.

Gibt es eine Zauberformel, die unsere Jugendlichen bewegt, in der Familie einen Beitrag zu leisten?


"Das Leben anzuregen- und es dann frei entwickeln zu lassen- hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers."

(Maria Montessori)


Für mich als zweifache Mutter von inzwischen längst erwachsenen, im Leben stehenden tollen Menschen, habe meine Formeln damals gefunden und ich denke, sie haben heute genauso eine Berechtigung:


  • Gib Deinem Kind klare Ich-Botschaften!

  • Gibt ihnen das Recht, auch nein zu sagen!

  • Erkläre dem Kind jede Frage, in Ruhe.

  • Begründe jeder Deiner Bitten an ihm, damit das Kind Deine Gedanken versteht.

  • Sprich in "Ich-Botschaften", damit es Dich versteht.


Schon kleine Kinder sind in der Lage, Eltern und Geschwistern bei der Hausarbeit zu "helfen". Entsprechend ihrem Alter können sie bereits bei kleinen Aufgaben, die genau so wichtig sind, ihre Intelligenz und ihre Motorik, ihre Motivation und Denkweise altersgerecht einbringen.


Wenn wir als Erzieher und Eltern erreichen wollen, dass sich unsere Kinder von Anfang an im Haushalt beteiligen, müssen wir den 1. Schritt machen.


Helfen im Haushalt entwickelt empathische Menschen, die früh selbständig werden.


Wenn dieser erzieherische Schritt ausbleibt, haben wir als Eltern etwas Elementares verpasst.



Ein Jugendlicher, der zuhause Freizeit verbringt.
Wenn sich Dein Sohn wohlfühlt, hast Du alles richtig gemacht.

Kinder brauchen uns als Vorbilder!


Erst wenn wir unserem Kind vorleben, wie Ordnung halten geht, interessieren sie sich für die Vorteile, die diese Handlungsweise entstehen lässt.


Geben Sie sich das Versprechen, die Anforderungen, die Sie an Ihre Kinder stellen, selbst einzuhalten. Dann nimmt Sie Ihr Kind ernst!


Es ist nicht einfach, sich jedes Mal vorzunehmen, genau einzuhalten, was man vom anderen verlangt. Oftmals entstehen im Alltagsgewusel genau die Situationen, wo man sich vor den Kindern blamiert.


Mein Sohn hat sich damals als 5-jähriger bei uns als Eltern mit den Worten beschwert:

"ich will auch mal der Bestimmer sein!" Uns fiel zu diesem Zitat nicht mehr viel ein...;-)

Recht hatte er!


Wir als Eltern glauben, alles besser zu machen und über den Kopf des Kindes hinweg, Vereinbarungen zu treffen und Regeln aufzustellen.

Weit gefehlt!



Mit dem Kind gemeinsam Regeln vereinbaren und einhalten, so geht Familienfrieden.


Frage war, wie kann ich meinen Sohn oder meine Tochter dazu bringen, uns Eltern nicht als Hotelpersonal zu sehen?


Antwortversuch:

  • Fangen Sie, wenn möglich, sehr früh an, das Kind an vielen Tätigkeiten zu beteiligen. Das kann Zeit und Nerven kosten. Aber es lohnt sich.

  • Loben Sie das Kind für seine kindgerechte Hilfe, immer.

  • Sagen Sie nie: lass mal, das mache ich schnell, Du kannst das nicht!

  • Leben Sie Ordnung machen und halten jeden Tag vor.

  • Geben Sie Fehler zu. Sie sind nicht perfekt.

  • Haben Sie Humor, wenn Ihnen das Kind zu helfen versucht, seien Sie nicht streng und unangebracht kritisch.

  • Geben Sie dem Kind die Zeit, die es für diese Aufgabe braucht, keinen Zeitdruck entstehen lassen.


Kids sind sehr kritisch und beäugen uns Eltern sehr genau, sie bekommen alles mit, und ich meine ALLES!


Wenn wir von unseren Kids etwas erwarten, müssen wir es zunächst vorleben, zeigen, dass wir es auch können. Sonst wird das nichts mit dem "Ernst-genommen-werden".


Im Kinderzimmer ist der "Wahnsinn" ausgebrochen, ok?

Ja, denn wir müssen als Eltern ja auch loslassen lernen.

Ein 14-jähriger, der seine Zeit lieber im Bad verbringt als Staub zu saugen, ist ein gesunder Jugendlicher. Ganz normal und altersgerecht entwickelt. Es wäre komisch, würde er freiwillig den Staubwedel schwingen.


Frage: wie motiviere ich meinen Sohn, ab und zu sein Zimmer aufzuräumen?


Antwort des Ordnungscoachs:

Indem ich mit meinem Sohn einen "Vertrag" schließe. Dieser Vertrag wird bei einem schönen Kaltgetränk in einer gechillten Umgebung geschlossen, ohne Handy und ganz in Ruhe.


Vertragsinhalte:

  1. Möglicher Zeitrahmen wurde ausgehandelt und hier klar bestimmt

  2. Konkrete Aufgabe, Tätigkeit wird genau definiert

  3. Hilfsmittel werden konkret bestimmt

  4. Ergebnisse werden formuliert

  5. Familienwochenplan wird als Anhang beigefügt

  6. alle unterschreiben und stimmen mit Handschlag zu

  7. Erfolge werden gefeiert



Jetzt kommt die Frage auf: und was ist, wenn sich mein Sohn nicht oder nur teilweise/ab und zu an unseren Vertrag hält?


Jugendliche sind sehr empfindlich, wenn man als Eltern Vereinbarungen und Versprechen nicht einhält.


Also:

...umgekehrt wird es dem Jugendlichen nicht gefallen, wenn wir uns bei Vertragsbruch bei ihm beschweren. Denn eins ist klar: jeder Jugendliche möchte als "erwachsen" gelten und so behandelt werden.


Wir werden unseren Unmut also ganz deutlich sagen und uns geknickt zeigen. Das reicht schon.


Ich bin mir ganz sicher, dass sich Ihr Sohn bewusst ist, was er falsch gemacht hat und er wird sich seine Gedanken machen. Nach einer gewissen Zeit wird er beginnen, diese Versäumnisse zu lassen.


Geduld, Geduld, Geduld.


Man könnte auch mal als Eltern bei Gelegenheit den Satz fallen lassen:

"Kinder und Jugendliche sind verpflichtet, ihrem Alter und ihren Kräften entsprechend im Haushalt zu helfen." So ist es unter § 1619 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgeschrieben. SPASS!! Natürlich nicht!


Fazit:

  1. sich mit der Familie zusammensetzen

  2. einigen auf bestimmte Hilfsaufgaben in der Familie

  3. "Vertrag" schließen, nachdem Kompromisse ausgehandelt wurden

  4. Vertragsinhalte einfordern, wenn sie vergessen werden

  5. loben, wenn es erledigt worden ist


Nehmen wir unsere Kids mit in die Welt des Haushalts und damit in die Ordnungswelt.

Denn sie wissen genau, dass sie davon profitieren.

Und das wiederum gefällt uns auch.



Eine wichtige Frage klären wir, bevor Du weiterscrollst....


Warum will ich als Eltern, dass sich meine Kinder an der Hausarbeit beteiligen?

Was habe ich davon, außer, dass ich alles erklären muss etc. dann mache ich es doch lieber gleich selbst!


Oder??


Nein, das wäre falsch verstandene Bequemlichkeit, die sich schon bald rächen würde.


Die ganze Familie hat nur Vorteile davon:


  1. Mein Kind erhält Gelegenheit, seine Begeisterung, seine Möglichkeiten, seine Empathie gegenüber der Familie, Ausdruck zu verleihen.

  2. Ich geben meinem Kind meine Aufmerksamkeit, ich lerne es an, ich korrigiere es, ich lobe es - all das ist Elternliebe, die das Kind ohne Worte versteht.

  3. Ich beteiligte mein Kind am gemeinsamen Familienleben, das ist ein Mehrwert, der unbezahlbar ist.

  4. Mein Respekt gegenüber der geleisteten "Arbeit" wird sofort gezollt, das Kind bekommt sofort ein Feedback und kann sich selbst korrigieren.

  5. Das Kind lernt täglich die "Arbeit" schätzen, die die Eltern für den Haushalt aufbringen. Empathie und Zugeständnisse sind die Folge.

  6. Das Kind lernt täglich mehr, es kennt seine Fähigkeiten, weiß, wie gut es Geschirr spülen oder den Rasen mähen kann. Seine motorischen und mentalen Fähigkeiten werden geschult und ausgebaut.

  7. Das Kind sieht sein Kinderzimmer mit anderen Augen. Es lernt, hier Ordnung zu halten, weil es weiß, welche Arbeit es macht, dass der Raum aufgeräumt ist und der Kleiderschrank saubere Kleidung enthält.


Welche "Nachteile" habe ich, wenn ich mein Kind in die Hausarbeit einbinde?


  1. Ich muss mir mehr Zeit für die Hausarbeit nehmen.

  2. Meine Erklärungen und Anleitungen gelingen nicht immer, ich muss auch mit Ablehnung rechnen.

  3. Meine Überzeugungskraft wird auf die Probe gestellt.

  4. Ergebnisse sind mit Abzügen zu bewerten, da die Erfüllung der Aufgaben nicht 100% sein können und brauchen.

  5. Meine pädagogischen Fähigkeiten werden immer wieder benötigt, ich muss überzeugen können und trotzdem empathisch bleiben.

  6. Ich werde mit Sicherheit das eine oder andere Mal herausgefordert.


Mit Liebe und viel Geduld wird Ihr Kind zu einem Jugendlichen und Erwachsenen, der sich in seinem eigenen Wohnumfeld gut zurecht finden wird.


Wenn das kein schönes Ziel ist???



Eine glückliche Elternzeit wünscht Ihnen

Conny Weckauff

Ordnungscoach

LIEBER-ORDENTLICH







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